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Aus der Rumpelkammer der Filmgeschichte

Gefundenes und Wiedergefundenes 1 Aus: Der Kinematograph, Nr. 772 vom 4. Dezember 1921 „Blutwurst-Vampire“ Neuß Tier – Film Kreuznach (Schauburg am Potsdamer Platz) Ein sehr netter verfilmter Dressurakt, in dem zwei blutwurstlüsterne Dackel die Hauptrolle spielen, während ein kleiner, drolliger Pintscher als Detektiv dazu berufen ist, die Verbrecher zu entlarven. Dieser kleine Künstler, der sich …

Jia Zhang-ke „Xiao Wu“ (Taschendieb) und Tsai Ming-Liang „Rizi“ (Tage)

Ein konstrastierender Vergleich Bei der Berlinale 2020 habe ich innerhalb weniger Tage die Welturaufführung von „Rizi“ des auf Taiwan lebenden chinesischen Regisseurs Tsai Ming-Liang  und die Aufführung der 4K-Restaurierung des ursprünglich auf 16mm gedrehten Debutfilms „Xiao Wu“ (Taschendieb) von Jia Zhang-ke sehen können, der im chinesischen Main-Land lebt. Ein Vergleich der beiden Filme, die verschiedener …

Die neue Filmkonzeption des Landes Baden-Württemberg aus Karlsruher Sicht (unter besonderer Berücksichtigung der Karlsruher Filmfestivals)

Im Herbst letzten Jahres erschien die neue Filmkonzeption des Landes Baden-Württemberg. Auf gut 100 Seiten wird die aktuelle Situation analysiert, und es werden Weichen für die Zukunft gestellt. Bei der Erstellung der Konzeption stand dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ein Beirat mit mehreren Fachleuten zur Seite, darunter z. B. Susanne Marschall,  Professorin für …

Wieder gesehen: „Die Chinesin“ von Jean-Luc Godard

Vorführung in der Kinemathek Karlsruhe im Mai 2018 Paris, 1967: eine großbürgerliche Familie verreist im Sommer wie üblich für mehrere Wochen in die Ferien. In ihrer Wohnung machen ein paar junge Leute eine Art WG auf und beginnen, für die Weltrevolution zu üben. Die einzelnen Personen entsprechen bestimmten ideologischen Haltungen; wir haben da den orthodoxen …

Zu „Babylon Berlin“

Diesen Text habe ich geschrieben,  nachdem ich gestern, am Sonntagabend, 11. Oktober 2020, zur Tatort-Zeit eher aus Versehen eine Folge von „Babylon Berlin“ gesehen hatte – ich hatte selbstverständlich einen Tatort erwartet – was sonst um diese Sendezeit? Danach habe ich einen Blick auf die Facebook-Seite von „Babylon Berlin“ geworfen, weil ich mich gefragt habe, …

Die beklemmende Aktualität von „Nosferatu“

Eine Notiz Im Laufe der Veranstaltungen im Rahmen von „Toujours Kultur“  zeigte der Trägerverein des Karlsruher Stummfilmfestivals einen jener Stummfilme, die immer ihr Publikum finden: Friedrich Wilhelm Murnaus Urahn aller Vampir-Filme: „Nosferatu“ nach Bram Stokers Roman „Dracula“. Als dieser Film ins Programm genommen wurde, geschah das vermutlich vor allem, weil er ganz sicher ein Publikum …

Film: „I don’t care if we go down in history as Barbarians” von Radu Jude

Beim Festival Sarajewo 2018 „Dealing with the Past“ nannte sich eine Filmreihe des Festivals, die hauptsächlich Dokumentarfilme präsentierte; Filme, die sich mit der leidvollen Geschichte der Balkanländer in der jüngsten Vergangenheit auseinandersetzten, wie z. B. die schweizerisch-deutsch-kroatisch-finnische Coproduktion „Criss the Swiss“ um einen während der Balkankriege unter mysteriösen Umständen getöteten Schweizer Journalisten, aber auch Filme, …

Ein Tag im Leben eines Festivalbesuchers

Wie seit vielen Jahren bin ich auch dieses Jahr (2018) nach Pordenone zu den Giornate del Cinema Muto gereist. Den meisten Leserinnen und Lesern werde ich nicht erklären müssen, dass es sich bei diesem Festival vermutlich um das bedeutendste Stummfilmfestival weltweit handelt. Es findet immer Anfang Oktober in dem nordöstlich von Venedig im Friaul gelegenen …