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Ein Festival-Tagebuch in Zeiten der Corona-Pandemie – 2. Teil

Samstag, 29. Januar – Vierter Festivaltag Erstes Programm: Die Tolle Lola Heute beginnen wir schon um 15.00 Uhr mit Richard Eichbergs Film „Die Tolle Lola“ mit Lilian Harvey. Der Film bildet im Programm des Festivals das Beispiel für die deutsche Unterhaltungskomödie der zwanziger Jahre.  Es ist zu Recht von einem Kritiker der Uraufführung bemerkt worden, …

Jia Zhang-ke „Xiao Wu“ (Taschendieb) und Tsai Ming-Liang „Rizi“ (Tage)

Ein konstrastierender Vergleich Bei der Berlinale 2020 habe ich innerhalb weniger Tage die Welturaufführung von „Rizi“ des auf Taiwan lebenden chinesischen Regisseurs Tsai Ming-Liang  und die Aufführung der 4K-Restaurierung des ursprünglich auf 16mm gedrehten Debutfilms „Xiao Wu“ (Taschendieb) von Jia Zhang-ke sehen können, der im chinesischen Main-Land lebt. Ein Vergleich der beiden Filme, die verschiedener …

Abziehbilder* – oder: was haben Uwe Boll und der Heimatfilm der 50er Jahre gemeinsam?

Einige grundlegende Gedanken zum Genrefilm, speziell zum deutschen – aber trotzdem keine Theorie des Genre-Films. Genauer gesagt, geht es mir um den Bezug des Genrefilms zur äußeren Wirklichkeit. Entstanden ist dieser Text, nachdem ich die Dokumentation von Dominik Graf und Johannes F. Sievert  „Offene Wunde deutscher Film“ am 8. Februar 2021 auf ARTE gesehen hatte. …

Vertraute Stille, zögernder Ton – Norma Schearer in „The Trial of Mary Dugan“ (1929)

Wenn wir in cineastischer Hinsicht an das Jahr 1929 denken, fallen uns wahrscheinlich etliche Filme ein: Das Musical und Oscar-Preisträger als Bester Film des Jahres „The Broadway Melody“ von MGM war beispielsweise in den USA und auch im Ausland ein großer Erfolg. 1929 ist auch das Jahr von Vidors „Halleluja!“, der ersten mehrsprachigen Version von …

Georg Wilhelm Pabst und seine Dreifachverfilmung „Don Quixote“ (1933)

„Pourquoi ne devrais-je pas faire un Don Quichotte ? C’est un sujet éternel.“ (Pabst on Pour Vous, 1932) Fast jedes Jahrzehnt der Kinogeschichte hatte ihre „Don Quijote“-Verfilmung und manchmal sogar mehr als eine. Dazu gehören ein britischer Stummfilm, eine spanische Adaption, die nur auf einem der beiden Teile von Cervantes‘ Buch beruht, und eine weitere Verfilmung, …

Wieder gesehen: „Die Chinesin“ von Jean-Luc Godard

Vorführung in der Kinemathek Karlsruhe im Mai 2018 Paris, 1967: eine großbürgerliche Familie verreist im Sommer wie üblich für mehrere Wochen in die Ferien. In ihrer Wohnung machen ein paar junge Leute eine Art WG auf und beginnen, für die Weltrevolution zu üben. Die einzelnen Personen entsprechen bestimmten ideologischen Haltungen; wir haben da den orthodoxen …

Zu „Babylon Berlin“

Diesen Text habe ich geschrieben,  nachdem ich gestern, am Sonntagabend, 11. Oktober 2020, zur Tatort-Zeit eher aus Versehen eine Folge von „Babylon Berlin“ gesehen hatte – ich hatte selbstverständlich einen Tatort erwartet – was sonst um diese Sendezeit? Danach habe ich einen Blick auf die Facebook-Seite von „Babylon Berlin“ geworfen, weil ich mich gefragt habe, …

Film: „I don’t care if we go down in history as Barbarians” von Radu Jude

Beim Festival Sarajewo 2018 „Dealing with the Past“ nannte sich eine Filmreihe des Festivals, die hauptsächlich Dokumentarfilme präsentierte; Filme, die sich mit der leidvollen Geschichte der Balkanländer in der jüngsten Vergangenheit auseinandersetzten, wie z. B. die schweizerisch-deutsch-kroatisch-finnische Coproduktion „Criss the Swiss“ um einen während der Balkankriege unter mysteriösen Umständen getöteten Schweizer Journalisten, aber auch Filme, …

Die Kunst der Programmation

Die Programmation eines Kinoprogrammes soll eine Kunst sein? Ich kann  mich erinnern, dass irgendwann die Programmmacher in den Kinos anfingen, sich Kuratoren zu nennen, ein Begriff der bekanntlich aus dem Bereich der Bildenden Kunst und ihrer Präsentation in Museen und Galerien kommt. Das empfand ich, als der Begriff aufkam, als anmaßend und deplaziert, weil ich …